Großer Erfolg für die Klasse H9 und Lehrer Feris Jakupovic der Haupt- und Realschule Birstein. Beim Schülerwettbewerb zur politischen Bildung 2025 der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) erreichte die Klasse den 1. Platz in der Kategorie „Politik brandaktuell“. Damit zählt das Projekt der H9 offiziell zu den Hauptgewinnern des bundesweiten Wettbewerbs. Insgesamt gab es sechs Kategorien in zwei Altersstufen. In der Altersstufe der älteren Klassen belegte die H9 in der Kategorie sechs „Politik brandaktuell“ den ersten Platz. Aufgabe war es, ein aktuelles politisches Thema eigener Wahl kreativ und kritisch zu durchleuchten.
Insgesamt wurden in dieser Wettbewerbsrunde 1018 Projekte bundesweit eingereicht. Besonders bemerkenswert ist zudem, dass die Haupt- und Realschule Birstein als einzige hessische Schule unter den Hauptgewinnern vertreten ist. Dieser Erfolg unterstreicht die außergewöhnliche Leistung der Klasse auf Landes- wie auch auf Bundesebene. Laut offiziellem Gewinnerschreiben wurden sie für ihre herausragende Gemeinschaftsarbeit mit einem Spitzenpreis in Höhe von 2000 Euro ausgezeichnet. Kürzlich fand die Preisverleihung statt, bei der eine 47-köpfige Jury den Beitrag der Klasse würdigte.
Unter der Leitung ihres Klassen- und Politiklehrers Feris Jakupovic setzte sich die Hauptschulklasse im Politik- und Wirtschaftsunterricht intensiv mit dem Thema „Fachkräftemangel und Hauptschulabschlüsse – wie hängt das zusammen?“ auseinander. Ausgangspunkt war die Frage, wie Jugendliche mit Hauptschulabschluss angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels in Ausbildung und Arbeitsmarkt eingebunden sind und ob bestehende Strukturen noch zeitgemäß sind.
Die Schülerinnen und Schüler recherchierten als gesamte Klasse zu wirtschaftlichen Entwicklungen, Ausbildungszahlen, gesellschaftlichen Vorurteilen und politischen Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel. Dabei wurde deutlich, dass Hauptschulabschlüsse in der öffentlichen Wahrnehmung oft unterschätzt werden, obwohl viele Ausbildungsberufe praktisch orientierte Kompetenzen erfordern, die genau hier vermittelt werden. Die Klasse diskutierte kritisch, ob bestehende Strukturen und Auswahlverfahren den aktuellen Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt noch gerecht werden.
Ein besonderer Bestandteil des Projekts war die Arbeit einer fünfköpfigen Expertengruppe bestehend aus Mustafa Almuntafki, Kim Baumann, Joanne Metz, Carmen Sophie Roßdeutscher und Hasan Shabo. Sie entwickelten einen informativen und zugleich lebendigen Podcast, in dem sie ihre Rechercheergebnisse verständlich aufbereiteten. Neben statistischen Daten und politischen Hintergründen kamen auch persönliche Einschätzungen und Erfahrungen zur Sprache. Ein weiterer Bestandteil des Podcasts war ein Experteninterview mit Herrn Yves Dudda, AL-Lehrer, der aus schulischer und berufsvorbereitender Perspektive Einblicke in Übergänge zwischen Schule und Ausbildung gab. Das Gespräch half der Klasse, strukturelle Herausforderungen besser zu verstehen und eigene Positionen kritisch zu reflektieren. Die 47 Jurymitglieder, die aus Vertreterinnen und Vertretern von Schulen, Universitäten, Bildungsinstitutionen und Medien bestanden, hoben insbesondere die inhaltliche Tiefe, die klare Argumentation sowie die kreative Umsetzung des Themas hervor.
Mit ihrem Beitrag hat die Klasse H9 nicht nur ein hochaktuelles politisches Thema aufgegriffen, sondern auch ein starkes Zeichen für die Wertschätzung unterschiedlicher Bildungswege gesetzt. Die Schulgemeinschaft ist stolz auf diese Leistung. Bei einer schulinternen Feier überreichten Feris Jakupovic und Schulleiterin Andrea Szallies die Urkunden. Die Schulleiterin würdigte dabei besonders das Engagement und den Teamgeist der Klasse. Das Projekt zeigt eindrucksvoll, dass Hauptschulklassen bundesweit ganz vorne mitspielen können.

